Mit in Kraft treten des RoHs- Gesetz und WEEE Mitte dieses Jahres wurde für die meisten international operierenden Hersteller schnell klar, dass die Produktlinien deutlich bereinigt werden müssen, ja teilweise wurden die RoHs- Zonen aus dem Marktbereich dieser Firmen, insbesondere kleinere Hersteller aus Fernost, verbannt. Bei einem GigabitEthernet Switch, der bereits 3Jahre im Markt eingeführt war lohnte sich wahrlich kein komplettes Redesign der Boards. Dumm für die Kunden, die sich zur Wendezeit (RoHs) für das "alte" Produkt entschieden hatte. Dies führte im Nachhinein meist zu atmosphärischen Störungen zwischen Hersteller, Reseller und Endverbraucher. Mittlerweile haben sich diese Wogen geglättet und die Verbraucher beginnen mit der Ablösung der überkommenen Hardware. Und an dieser Stelle zeigen sich die Probleme. Manche Hersteller haben einen echt harten Schnitt gemacht. Die Huawei-3Com Technology Co., Ltd. entwickelt und fertigt nun in China ganz neue Produktinien für 3Com. Alle Technologien werden unterstützt: -Switching (bis hin zur 10GigabitEthernet Technik) -Routing -Security - usw.  Die von 3Com einst stark umworbene proprietäre XRN- Technologie (eXpandable Resilient Networking), ein gelungener technischer Wurf, der zumeist auf den Systemen 3Com Switch 49xx und 40x0 implementiert war, ist auch auf die neuen Familien 5500 und 5500G übernommen worden. Beim genauerer Analyse findet man jedoch heraus, dass IP - Multinetting und Geo- XRN nicht in allen Geräten implementiert sind. Da diese Techniken jedoch mit den lagacy Produkten anwenderfreundlich gelöst waren, bleibt hier bei dem Versuch eine Ablösung durchzuführen meist ein sauerer Kunde zurück. Der Aufwand eine IP- Struktur eines Mittelständlers komplett umzukrempeln, darf nicht unterschätzt werden. Dem Hersteller ist somit zu wünschen, dass er schnell seine Entwicklungsroadmap überdenkt, und diese Funktionen rasch implementiert. In der heutigen Zeit kann sich kein Hersteller erlauben weitere Kundengruppen zu verlieren, da die Wettbewerber jede kleine Schwäche sofort ausnutzen und Ihre Produkte bei den Kunden mit allen Mitteln einbringen werden. Dies geschieht meist über das Lockmittel Sonderkonditionen, welche mittlerweile in atemberaubenden Regionen hineinreichen. Bis zu 50% oder gar 60% auf die internationalen Listenpreise sind hier keine Seltenheit. Hinzu kommen die so genannten Graumärkte über die sogen. Broker ihre in Containern importierten Waren auf den Deutschen Markt gießen. Schnell verlieren selbst hier die Brand- Firmen den Überblick, was zur Dezimierung der lokalen Fachkräfte der jeweiligen Hersteller auf Grund des Umsatzverlustes der offiziellen Handelskanäle führt. Innerhalb der Gerätefamilien entwickelt sich geradezu ein Wettbewerb um Alleinstellungskriterien, die mit den proprietären Betriebssystemen der Geräte abgebildet werden. 3Com ist mit dem OS der neuen Geräte eine gute Mischung aus Anwendbarkeit und Featuretiefe gelungen. Der Verbraucher braucht nun nicht mehr auf die wesentlichen Funktionen Debugging u. d. Gleichen zu verzichten. Hier werden Erinnerungen an das CLI des Markführers schnell wach und CNNA' s usw. fühlen sich auf den Netzwerk- Switches und -Routern ganz zu Hause. Ein Test der vielen Befehle und Optionen kann ich an diese Stelle nur empfehlen. Die Funktionsvielfalt und Komplexität der vielen Befehle lassen jedoch in der Praxis schnell den Anlagenverantworlichen in Grübeln geraten. Was ist denn wenn ein Ethernet- Switch durch das Instandhaltungspersonal mitten in der Nacht ausgetauscht werden muss, damit die Fertigungsanlage wieder läuft. Hier wünscht der Betreiber ein "out of the Box" Schnellaustausch, ohne grosse Konfiguration oder den Versuch eines Konfig- Restore, der oft genug fehlschlägt, da irgend welche Parameter oder Modulbestückungen nicht stimmen. Auch hier kann dann nur der Kompromiss zwischen komplizierter Technik und simplem Austausch helfen. Wenn man ferner bedenkt, dass die Security Problematik, die im Büroalltag jedem bewusst ist, jetzt auch die Fertigungszellen erreicht, da Netzwerke bis zum Verpackungsautomaten reichen, wird auch schnell verstanden dass hoch komplexe Sicherheitsnetzwerke (self defending Networks) die auf der Basis von IPS - Systemen in der Kommunikation mit dem jeweiligen Management- System laufen, nur ein geringes Wachstum aufweisen. Die Scheu vieler Unternehmen bei der Einführung solcher verwobenen Einheiten wird klar. Ferner fehlen noch kleinste auf Hutschiene montierbare IPS- Systeme die dann wieder mit der Security - Konstellation des Herstellers zusammen eingesetzt werden können, für Fertigungszellen. Es wird sicher die in naher Zukunft ganz spannend, diese Entwicklungen beobachten zu dürfen. Ralf Damm mailto://rdamm@bedea.com Keine Grauware: http://www.bedea-datentechnik-shop.de |